In der Höhle der leuchtenden Mückenlarven

Eine Pilzmückenlarve (Arachnocampa luminosa) lockt mit Licht Insekten in ihre klebrige Falle (Bild: Markrosenrosen; CC-BY-SA-4.0-Lizenz).

Ein interaktives Video ermöglicht einen Rundumblick in eine Höhle, in der Insekten eine bizarre Welt aus Lichtern erschaffen haben.

Der Anblick ist spektakulär: An der Decke einiger Höhlen in Neuseeland sitzen die leuchtenden Larven von Pilzmücken (Arachnocampa luminosa) und bilden dort einen bläulich glimmenden Sternenhimmel. Als diese Insekten 1871 erstmals entdeckt wurden, hielt man sie für Verwandte der Leuchtkäfer (Lampyridae). Erst 15 Jahre später erkannte man, dass es sich um Mücken und nicht um Käfer handelt. Die leuchtenden Mückenlarven, die nur in Neuseeland zu finden sind, sitzen in einem Seidennest an der Höhlendecke. Mit Drüsen in ihrem Mund produzieren sie etwa 40 cm lange, mit klebrigem Schleim besetzte Seidenfäden, die von der Decke herabhängen. Das besondere Licht der Larven wird mit Hilfe einer chemischen Reaktion in ihrem Hinterleib erzeugt. Dieses Licht lockt fliegende Insekten an. Berühren die Insekten dabei einen der klebrigen Seidenfäden, verfangen sie sich und finden so ihr Ende als Beute der Mückenlarven. Erst nach 6 bis 12 Monaten verpuppen sich die Larven und werden zu adulten Mücken, die nur wenige Tage leben. In dieser kurzen Zeit müssen sie einen Partner finden und Eier ablegen, um so für eine neue Generation leuchtender Larven zu sorgen.

In einem rund zweiminütigen interaktiven 360°-Video von National Geographic kann man sich selbst in einer dieser Höhlen umsehen und nach den leuchtenden Mückenlarven Ausschau halten.

Aus dem Schemenkabinett-Archiv

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