Im Bann der Kernkeule

Mit einer Kernkeule (Cordyceps ignota) infizierte Vogelspinne (Bild: Verändert nach Ian Suzuki; CC-BY-3.0-Lizenz)

Ein Video zeigt die letzten Stunden im Leben einer pilzinfizierten Ameise und ihre bizarre Verwandlung.

Eine Kernkeule, ein parasitischer Schlauchpilz, hat eine Ameise der Art Paraponera clavata befallen. Das Pilzgeflecht breitet sich in ihrem Inneren unentwegt aus. Unter dem Einfluss des Parasiten sucht sie einen Ort, an dem der Pilz optimale Bedingungen zum Wachsen hat. Dort angekommen, stirbt das Insekt und der Fruchtkörper des Pilzes durchbricht die Körperhülle der Ameise, um seine tödlichen Sporen zu verteilen. Weltweit gibt es schätzungsweise mehrere Tausend Arten parasitischer Kernkeulen, die sich stark an ihre jeweiligen Wirte, meist Insekten oder Spinnen, angepasst haben. Die äußerst vielfältigen Fruchtkörper dieser Pilze, die in bizarren Formen aus den toten Körpern ihrer Opfer wachsen, machen aus ihnen kleine Kunstwerke und können in diesem etwa zweiminütigen Video der BBC bewundert werden.

Aus dem Schemenkabinett-Archiv

4 Gedanken zu „Im Bann der Kernkeule

  1. Generell sind die Pilze recht spezifisch auf einzelne Wirtsarten festgelegt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gliederfüßer; Menschen und andere Wirbeltiere können nicht befallen werden. Man mag sich so ein Horrorszenario auch kaum ausmalen, wenn ein Kernkeulen-Infizierter in Berlin auf die Siegessäule klettert, um dort seine Sporen zu verteilen… ;-)

  2. Der teilnahmslose Erzählton des Sprechers ist der Hammer!
    Ein Horrorszenario, jedoch ein faszinierendes …

    Danke für diesen Beitrag!
    Und ich habe wieder etwas dazu gelernt!

    Liebe Grüße
    Llu

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