Persönlicher Rückblick auf die Ausstellung „Boten des Todes“ beim 21. Wave-Gotik-Treffen

Ein alter Dachboden, Muskelkater und ein unvergessliches Erlebnis. Wir geben euch einen Einblick hinter die Kulissen der Ausstellung und fassen die Ergebnisse unserer Besucherumfragen zusammen.

Vier Tage in Leipzig voller neuer Eindrücke, interessanter Gespräche, aber auch jede Menge Anstrengung lagen hinter uns als wir am Dienstagnachmittag nach Pfingsten erwachten. Es war ein Wave-Gotik-Treffen (WGT), dass sich gänzlich von dem Unterschied, was wir in den letzten Jahren an Pfingsten erlebt hatten. Zum ersten Mal traten wir als aktive Mitgestalter des WGT-Programms auf. Wir erinnern uns noch gut daran, als wir im März 2012, auf der Suche nach einem geeigneten Ort für unsere Ausstellung „Boten des Todes“, das Haus in der Georg-Schwarz-Straße 10 zum ersten Mal betraten. Bei der Schwarz10 handelt es sich um ein Hausprojekt, bei dem Nutzer des Hauses keine Miete zahlen, sondern stattdessen direkt in das Haus investieren. Spätestens als wir zusammen mit der äußerst sympathischen Hausverwalterin über die knarrenden Treppen des Altbaus den Dachboden erreichten, konnten wir unsere Vorfreude kaum verbergen, denn dieser schien die ideale Kulisse für unsere kleine Ausstellung zu bieten.
Die letzten Tage vor dem Beginn der Ausstellung waren schließlich fast wie im Flug vergangen und wir hatten Mühe gehabt mit unseren Vorbereitungen hinterher zukommen: Letzte Stellwände besorgen, schwarz anstreichen, Löcher für die Schrauben bohren, Textfolien zurechtschneiden und ankleben, Flyer in Druck geben und endlich alles in nummerierten Kisten verstauen. Angekommen in Leipzig verfluchten wir die plötzlich endlos erscheinenden Treppen, während wir mit einigen Helfern eine Stellwand nach der anderen auf den staubigen Dachboden im vierten Stock des Altbaus trugen. Und dann war es soweit – die Eröffnung der Ausstellung „Boten des Todes“! Punktgenau zur Öffnung der alten Dachbodentür kamen die ersten Besucher neugierig zu unserem kleinen Eröffnungsempfang herein. Im Pfingstboten (WGT-Programm) hatten wir zugegebenermaßen nicht viel über die Themen der Ausstellung verraten. Letztendlich wählten wir als Schwerpunkte für „Boten des Todes“ Raben und Krähen sowie Totenkopfschwärmer. Da wir uns nicht wirklich sicher waren wie viel die Besucher des WGTs bereits über einzelne Themen wussten, versuchten wir eine Mischung an allgemeinen und spezielleren Themen anzubieten. Insgesamt 101 Besucher haben uns in Fragebögen ihre Meinung dazu mitgeteilt. Während 93 % der Gäste die vorgestellten Themen sehr interessant fanden, wussten 19 % bereits sehr viel und 42 % viel über die in der Ausstellung behandelten Tiere. Trotzdem hatten etwa 50 % der Befragten nach dem Besuch der Ausstellung sehr viel über Raben und Krähen und sogar 80 % sehr viel über Totenkopfschwärmer gelernt. Die Vorschläge zu weiteren Themen, die in zukünftigen Ausstellungen präsentiert werden könnten, waren breit gestreut und reichten von Totenkulten über Werwölfe bis zu Zauberpflanzen. Knapp an der Spitze lag das Thema Irrlichter.
Viele der über 1300 Besucher, die den Weg zu uns fanden, fragten uns, ob die Ausstellung (oder eine ähnliche) noch einmal zu sehen sein wird. Wir können zu diesem Zeitpunkt leider noch keinen konkreten Termin ankündigen, planen aber generell „Boten des Todes“ erneut zu zeigen. Wir wollen euch derweil die Wartezeit mit diesem Blog ein wenig versüßen, indem wir versuchen dunkle, mystische und skurrile Geschichten rund um die belebte Natur zusammenzutragen. Über Anregungen von eurer Seite freuen wir uns hierbei natürlich. An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmal ganz herzlich bei allen Besuchern bedanken, die uns und unsere Ausstellung so freundlich und interessiert angenommen haben, bei allen Künstlern und Helfern, die dazu beigetragen haben das Projekt zu verwirklichen und nicht zuletzt natürlich bei den Mitwirkenden der Schwarz10, die uns für mehrere Tage in ihrer düster-charmanten Umgebung aufgenommen haben und unser Angebot durch Veranstaltungen wie Brunch und Dinner bereichert haben.

Für weitere Eindrücke von unserer Ausstellung seien euch die WGT-Rückblicke von Der schwarze Planet und Gedankensplitter hinter Glas sowie die Fotos bei Gothsick.de empfohlen. Ein zusammenfassender Artikel über „Boten des Todes“ ist außerdem im Pfingstgeflüster 2012 zu finden.

Aus dem Schemenkabinett-Archiv

Ein Gedanke zu „Persönlicher Rückblick auf die Ausstellung „Boten des Todes“ beim 21. Wave-Gotik-Treffen

  1. Ohhh, das klingt sehr gut, würde ich mir auch sehr gerne mal anschauen. Aber vielleicht bekomme ich mal eine Gelegenheit dazu…

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