Maden als Kronzeugen – „Dem Täter auf der Spur“ von Mark Benecke

Ein lesenswertes Buch über die Methoden der Kriminalbiologie.

In einem Sack wurde der Leichnam des Opfers in einem Gewässer liegend aufgefunden. Kein Hinweis auf den Zeitpunkt des Todes oder gar auf den Mörder. Tritt der Tod ein, beginnen sich viele Spuren des Tathergangs langsam zu verwischen. Nur mit dem richtigen Vorgehen kann es nun gelingen, die wenigen Hinweise richtig zu deuten. Hier beginnt die Arbeit von Kriminalbiologen, deren Ermittlungsmethoden in dem Buch „Dem Täter auf der Spur: So arbeitet die moderne Kriminalbiologie“ von Mark Benecke vorgestellt werden.

Ab dem Zeitpunkt des Todeseintritts macht der Körper eines Menschen dramatische Veränderungen durch. Je nach Umgebungsbedingungen (Anwesenheit von verschiedenen Organismen, unterschiedliche Temperatur und Luftfeuchte) durchläuft ein Leichnam verschiedene Stadien, die mit charakteristischen Merkmalen einhergehen. „Für jedes Zersetzungsstadium gibt es speziell angepasste Organismen“, heißt es in dem Buch. So ist es beispielsweise möglich, vom Erscheinungsbild einer Leiche und der Zusammensetzung ihrer Fauna auf den ursprünglichen Liegeort oder den Todeszeitpunkt zu schließen. Das bereits 2006 erschienene Buch beinhaltet anschaulich geschriebene Texte mit zahlreichen realen Fallbeispielen. Im ersten Teil des Buches legt der Autor den Schwerpunkt auf die mit toten Körpern assoziierten Tiere. Sie liefern oft wichtige Hinweise, durch die ein Tathergang rekonstruiert oder der Täter sogar seiner Tat überführt werden kann. Vor allem dieser Teil des Buches hat uns gut gefallen. Eindrücklich werden dem Leser hier einzelne Mordfälle und auch Themen wie Blutwunder und Mumifizierung vor Augen geführt. Im zweiten Teil geht Benecke auf moderne kriminalbiologische Labormethoden wie DNA-Typisierung ein. Die Methoden werden einfach, aber fachlich korrekt beschrieben. In einem kurzen dritten Teil wird schließlich auf die historischen Ursprünge der Kriminalbiologie eingegangen. Wir finden, dass das Buch spannende Kriminalgeschichten aus erster Hand bietet und dem interessierten Laien einen guten Einstieg in die Methoden der Kriminalbiologie gibt.

Mark Benecke „Dem Täter auf der Spur – So arbeitet die moderne Kriminalbiologie“
Bastei Lübbe; Taschenbuch; 335 Seiten; 7,99 Euro; ISBN: 978-3-404-60562-0

Aus dem Schemenkabinett-Archiv

Ein Gedanke zu „Maden als Kronzeugen – „Dem Täter auf der Spur“ von Mark Benecke

  1. Ich habe mir dieses Buch bei seinem letzten sehr tollen Vortrag in Bonn gekauft, aber noch nicht gelesen – nur angefangen. Liegt aber am Zeitmangel. Außerdem habe ich mir noch das Kinderbuch mit den Experimenten („Das knallt dem Frosch die Locken weg…“) geholt. Da ich in Chemie und Physik immer sehr schlecht war, hab ich viel nachzuholen :) Da sind ja auch einige lustige Experimente mit Maden & Co. drin.

    Mark Benecke ist wirklich klasse und er schafft es, sein Expertenwissen jedem Nicht-Sachverständigen rüberzubringen. Das begeistert mich immer wieder. Und man lernt jede Menge dabei.

    Abraten möchte ich allerdings vom Hörbuch „Mordspuren“, was er selbst liest. Es klingt, als hätte er das Buch nicht selber geschrieben – er liest etwas krampfig an seinen eigenen Zeilen hängend daraus vor ohne Betonung in seine Stimme zu legen. Es klingt alles gleich, was ziemlich nervt auf die Dauer. Schade, denn die Themen die behandelt werden (Kannibalenmorde, Serientäter) sind sehr interessant. Auf der 3. CD konnte ich dann aber nicht mehr zuhören. Naja, er probiert eben alles mal aus, was auch gut ist, aber seine Stärken liegen definitiv im freien Vortrag/Freestyle und im SChreiben.

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