Jack O’Lantern – Kürbislaternen an Halloween

Der Brauch an Halloween Laternen zu schnitzen geht auf eine alte irische Legende zurück. Doch erst in Nordamerika begann man Kürbisse dafür zu verwenden.

Grinsende Fratzen beleuchten die Straßen in der Nacht vor Allerheiligen. Sie künden von einem alten Brauch, welcher seinen Ursprung in Irland hat und sich später vor allem in die USA ausbreitete. Die aus Kürbissen geschnitzten Laternen stellen wohl eines der bekanntesten Symbole für Halloween dar. Ihren Ursprung hat die Tradition der Kürbislaternen in einer alten irischen Legende, der Geschichte von Jack O’Lantern (Jack mit der Laterne).

In Irland lebte einst ein Hufschmied namens Jack, der als Betrüger und Trunkenbold bekannt war. In der Nacht vor Allerheiligen saß Jack in der Kneipe, als plötzlich der Teufel erschien, um seine Seele zu holen. Jack konnte den Teufel dazu überreden, ihm ein letztes Getränk zu spendieren. Als der Teufel bezahlen sollte, stellte dieser allerdings fest, dass er kein Geld dabei hatte. Kurzerhand verwandelte sich der Teufel selbst in eine Münze. Jack steckte die Münze flink in seine Tasche, in der sich auch ein kleines silbernes Kreuz befand. Dadurch hatte er den Teufel gefangen, da dieser sich nun nicht zurückverwandeln konnte. Jack ließ ihn erst wieder frei, als dieser versprach, seine Seele für ein Jahr zu verschonen.

Nach einem Jahr, abermals in der Nacht vor Allerheiligen, erschien der Teufel, um Jacks Seele nun endgültig zu holen. Erneut konnte dieser den Teufel zu einem Gefallen überreden. Der Teufel sollte Jack als Henkersmahlzeit einen Apfel pflücken. Nachdem der Teufel auf den Apfelbaum gestiegen war, ritzte Jack ein Kreuz in den Stamm, wodurch der Teufel erneut gefangen war. Um befreit zu werden, musste der Teufel Jack nun versprechen seine Seele für immer in Ruhe zu lassen.

Als Jack viele Jahre später starb, gelangte er ans Himmelstor. Dort wurde er auf Grund seiner zahlreichen Sünden allerdings abgewiesen und zur Höllenpforte geschickt. Doch auch dort wurde er fortgeschickt, da der Teufel ja zugesagt hatte, sich niemals Jacks Seele zu holen. Als Jack sein grausames Schicksal beklagte, gab ihm der Teufel aus Mitleid eine Kohle aus dem Höllenfeuer, die Jack in eine ausgehöhlte Rübe steckte. Seit diesem Tag muss Jack für alle Ewigkeit mit seiner Laterne durch die Finsternis wandern.

Die Geschichte von Jack O’Lantern existiert in zahlreichen weiteren Varianten. In allen Versionen irrt Jack aber schließlich auf ewig in der Finsternis umher, da er weder Einlass in den Himmel noch in die Hölle finden konnte. Mit Bezug auf diese Legende werden die Kürbislaternen auch heute als Jack O’Lantern bezeichnet.

Traditionelle irische Rübenlaterne (frühes 20. Jh.) (Bild: Rannpháirtí anaithnid; CC-BY-SA-3.0-Lizenz)

Mit irischen Auswanderern gelangte die Geschichte von Jack O’Lantern und der Brauch des Laternenschnitzens im 19. Jahrhundert schließlich in die USA. Während in Irland ursprünglich Rüben (Gattung Beta) zur Herstellung der Laternen eingesetzt wurden, verwendete man in Nordamerika nun bevorzugt Kürbisse (Gattung Cucurbita). Die Gattung der Kürbisse, zu welcher übrigens auch die Zucchini gehört, kam bis zur Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) ausschließlich auf dem amerikanischen Doppelkontinent vor. Dort wurden Kürbisse bereits seit langem von den amerikanischen Ureinwohnern als Kulturpflanzen angebaut. Doch auch die europäischen Siedler in Nordamerika begannen schnell die großen Früchte mit den fettreichen Kernen anzupflanzen. Da es sich bei den Kürbisfrüchten botanisch gesehen um Beeren mit harter Außenschale handelt (Panzerbeeren), eignen sie sich besonders gut dazu ausgehöhlt und geschnitzt zu werden.

Zur ursprünglichen Funktion der Laternen gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Sie könnten als Wegbeleuchtung in der Halloweennacht, als Darstellung von Geisterwesen oder zur Abschreckung ebensolcher gedient haben. Es wird auch ein christlicher Hintergrund vermutet, wonach die Laternen die Seelen im Fegefeuer symbolisieren, denen am Tag nach Allerheiligen (Allerseelen) gedacht wird. Heute weisen die Kürbislaternen vor Häusern in der Regel darauf hin, dass die Bewohner des Hauses dem Brauch nachgehen Süßigkeiten an Kinder zu verteilen.

Aus dem Schemenkabinett-Archiv

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.