Der gläserne Frosch

Eine neue Art von Glasfröschen (Hyalinobatrachium yaku) überrascht mit tiefen Einblicken. (Bild: Verändert nach Juan M. Guayasamin et al.; CC-BY-4.0-Lizenz)

Wissenschaftler haben eine bislang unbekannte, teilweise durchsichtige Froschart entdeckt.

Im Regenwald des Amazonasbeckens haben Forscher um Juan M. Guayasamin eine zuvor nicht bekannte Art von Fröschen entdeckt, deren Körperunterseite fast komplett transparent ist. Die von den Wissenschaftlern Hyalinobatrachium yaku getaufte Art wurde in der Fachzeitschrift ZooKeys beschrieben. Andere Arten aus der gleichen Frosch-Familie (Glasfrösche, Centrolenidae) haben zwar ebenfalls teils durchsichtige Gewebe, doch die neue Art übertrifft sie dahingehend alle. Bei Hyalinobatrachium yaku kann man das Herz, die Gefäße und auch die Knochen im Körperinneren besonders gut erkennen. Selbst der Herzbeutel, eine Membran, die das Herz wie ein Sack umgibt, ist bei der neuen Art durchsichtig, sodass man das rote Herz in der Brust des Frosches komplett sehen kann. Auch andere Organe, wie die Nieren und die Blase sind transparent. Einige Körperteile sind hingegen alles andere als durchsichtig. Die Oberflächen von Leber und Verdauungstrakt sind mit speziellen reflektierenden Zellen besetzt, wodurch sie spiegeln, wenn sie angeleuchtet werden.

Nur die Körperunterseite der Frösche ist nahezu durchsichtig. (Bild: Verändert nach Juan M. Guayasamin et al.; CC-BY-4.0-Lizenz)

Nicht nur das Erscheinungsbild des Frosches ist einzigartig; auch weitere Untersuchungen, wie DNA-Analysen, bestätigen, dass es sich bei dem gläsernen Frosch um eine eigenständige Art handelt. Die neue Froschart konnte bislang nur an drei Stellen im Amazonas-Regenwald nachgewiesen werden. Wahrscheinlich brauchen die Tiere intakten Regenwald und sehr sauberes Wasser, um zu überleben; Lebensräume, die im Amazonasgebiet bedroht sind.

Aus dem Schemenkabinett-Archiv

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.